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Seit einem Monat wohnen sie bereits in Karlstadt: Rund 20 Flüchtlinge, die ihre Heimat Syrien verlassen mussten und nun hier Asyl suchen. Als sie ankamen, bildete sich spontan die erste Nachbarschaftshilfe. Inzwischen ist daraus ein engagierter Helferkreis geworden, der Fahrdienste organisiert, Deutschunterricht erteilt, Sport- und Freizeitaktivitäten anbietet und ganz allgemein den Flüchtlingen mit Rat und Tat zur Seite steht, heißt es in einer Pressemitteilung. Bei einem Treffen des Helferkreises kam schließlich die Idee auf, ein gemeinsames Fest zu feiern, bei dem man sich noch besser kennen lernen kann. Am Sonntag fand in den Räumen und dem Gelände der Freien evangelischen Kirchengemeinde das erste „Fest der Begegnung“ statt. Etwa 80 Besucher kamen, um den Nachmittag miteinander zu verbringen. Die zahlreichen Helfer organisierten ein Buffet, einige Sportangebote sowie Bilder und Musik aus Syrien. Im Zentrum standen die Gespräche. Nicht alleine die in Karlstadt lebenden syrischen Flüchtlinge waren gekommen, sondern auch einige aus Arnstein und Lohr. Sie hatten viel zu erzählen, auf Englisch, mit den ersten Brocken Deutsch oder mit Händen und Füßen.
Ein aus Afghanistan geflohener Mann berichtete davon, wie die Taliban in seiner Nachbarschaft ein Baby getötet haben. Vor lauter Freude über die Geburt des kleinen Jungen hatte der Vater eine Rakete steigen lassen. Darüber waren die Islamisten so verärgert, dass sie in das Haus des Nachbarn eindrangen und das Baby mit einem Schwert töteten. Ein Flüchtling aus Syrien erzählte von seiner gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer. Bereits nach einer Stunde versagte bei dem Boot der uralte Motor, so dass sie hilflos auf dem Meer trieben und auf Hilfe warten mussten.

Aber nicht nur Trauriges gab es zu berichten. Viele der Flüchtlinge zeigten sich froh und dankbar für die hier erfahrene Aufnahme und Hilfe. „Was für ein fettes Fest“, meinte einer der Teilnehmer. Durch die Begegnung werden aus „den Flüchtlingen“ einzelne Menschen – Menschen mit einem persönlichen, harten Schicksal, Menschen, die Hilfe brauchen. Bereits in wenigen Monaten werden noch mehr Flüchtlinge nach Karlstadt kommen. Der Helferkreis heißt sie willkommen und wird für sie da sein.

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Mehr Fotos vom Fest in der Fotogalerie der FeG Karlstadt