Anlässlich der Aufnahme in die Freie evangelische Gemeinde Karlstadt berichtet der syrische Flüchtling Bozan J. wie er auf der Flucht aus Aleppo zum Glauben an Jesus Christus kam:

“Mein Name ist Bozan Jnead. Ich bin Kurde und komme aus Syrien. In Aleppo bin ich in einer großen Familie aufgewachsen und habe Gärtner gelernt. Ich bin als Jeside aufgewaschen, denn man kann nicht einfach Jeside werden, sondern man wird als Jeside geboren. Jesiden glauben an einen Gott; aber sie beten nicht direkt zu Gott, sondern über einen Engel, Melek Taus, den Obersten der sieben Engel. Jesiden machen Wallfahrten zu einem heiligen Ort in Irak; er heißt Schangal.  Die jesidische Religion ist in Syrien verboten und wird von den Moslems verfolgt.

Flucht aus Syrien

Ich war zwei Jahre in der syrischen Armee, aber ich wollte im Krieg nicht andere Menschen töten. Ich habe die Armee verlassen und sie haben mich neun Monate gesucht. Deshalb bin ich aus meiner Heimat geflohen. Mit einigen Freunden sind wir zu Fuß über die türkische Grenze gegangen. In Izmir habe ich einem Mann 1000 Euro gegeben und er hat mich in der Nacht mit einem Boot nach Rhodos gebracht. Das war im Mai 2013. In Athen habe ich nach einem Jahr Arbeit in einer Bäckerei gefunden.

Das Evangelium gehört

Auf einem großen Platz in Athen habe ich einen Mann aus Pakistan kennengelernt, der hat mich eingeladen zu einem christlichen Hauskreis. Ich wollte dort durch das Sprechen mein Englisch verbessern, aber ich habe ihm gleich gesagt: „Ich werde meine Religion nicht tauschen“ In der Nacht aber habe ich von den Worten von Jesus geträumt. Ich konnte das nicht vergessen, was ich gehört habe. Die anderen haben für mich gebetet. Wir haben viel in der Bibel gelesen. Es hat mich sehr beeindruckt, wie Gott das Leben von Menschen verändert. Besonders wie aus dem Saulus der Paulus geworden ist. Ich habe ihnen gesagt, dass ich auch Christ werden will und sie haben sich sehr gefreut.

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In Griechenland den Glauben an Jesus gefunden

Wir sind in eine internationale Pfingst-Gemeinde in Athen gegangen, immer Samstag und Sonntag. Dort waren alle Ausländer und der Pastor kam aus Amerika. Sie haben mir viel geholfen. Am 10. Mai 2015 wurde ich in der Gemeinde auf den Namen Jesus Christus getauft. Er ist mein Herr und mein Gott. Er hat mein Leben verändert. Ich habe früher immer nur an mich gedacht und habe niemand geholfen. Aber jetzt mache ich das gerne, egal ob er mein Freund ist oder nicht.

In Karlstadt herzlich aufgenommen

Ich war dann zwei Jahre in Griechenland, aber die wirtschaftliche Lage wurde immer schlechter und ich habe meine Arbeit verloren. Über Mazedonien und Ungarn bin ich nach Deutschland gekommen. Im Camp in Arnstein habe ich Johannes kennengelernt. Er hat mich in der Gemeinde in Karlstadt eingeladen. Nach einer Woche konnte ich nach Karlstadt umziehen und immer die Gemeinde besuchen. Ich fühle mich hier sehr wohl in der Gemeinde und ich habe in diesem Jahr viel über Jesus gelernt.”